Dieses Skript basiert auf Erfahrungen der LV Die Erde 1, als sie noch nach der alten
Studienordnung strukturiert war. Da sie auch damals schon die Einführungs-Vorlesung
schlechthin war, sollten die Mitschriften auch für jüngere Studenten der Geologischen
Wissenschaften interessant sein.
Der Hauptteil stammt von Sandra Krause, jedoch wird er zukünftig weiter ergänzt werden.
![]() Kreislauf der Gesteine (Press & Siever) |
Man unterscheiden zwei grosse Gruppen von Vorgängen in und auf der Erde. Im Erdinneren wirken
die endogenen, an der Erdoberfläche die exogenen Kräfte. |
Der hydrologischer Zyklus wird im wesentlichen vom Luftkreislauf und somit der von
Sonnenenergie angetrieben. Es werden dabei ca. 60% der Sonnenenergie absorbiert. Die äquatornahe
Bodenluft wärmt sich auf, steigt auf und strömt dann polwärts. Auf diesem Weg kühlt sie ab
sinkt und ersetzt wärmere Luft in tieferen Schichten. Daraus entsteht ein globales System
gerichteter Windströmung in Form von Konvektionszellen. Gleichzeitig verdunstet
Oberflächenwasser durch die Sonneneinstrahlung dabei erfolgt die grösste Wasseraufnahme durch
Ozeane. |
![]() Der Hydrologische Kreislauf
(Quelle: unbekannt) |
Grundwasser ist Wasser im festen und lockerem Untergrund, welches dort teilweise die Hohlräumen
füllt.
Die Härte des Grundwassers wird durch Anteil an gelösten zweiwertigen Metallionen bestimmt.
[...]
Ein Grundwasserreservior ist ein System zusammenhängender Hohlräume, die mit Grundwasser gefüllt
sind. Hierbei sind Porosität und Permeabilität die wesentlichen physikalischen Boden-, Gesteins- bzw.
Sedimenteigenschaften, die die Menge, Verfügbarkeit und Bewegung des Grundwassers bestimmen.
Die Porosität ist der prozentuale Anteil des Porenraumes bezogen auf das Gesteinsvolumen. Es
gibt verschiedene Formen diese Porenraumes. Dabei kann es sich um Hohlräume zwischen den
Partikeln, Risse, Klüfte oder Störungen handeln.
Die Permeabilität ist die Kapazität eines Materials Flüssigkeit zu verlagern bzw.
hindurchzulassen.
Die Verwitterung ist die Gesamtheit aller Reaktionen von Gestein auf die an er Erdoberfläche herrschenden physikalischen, chemischen und biologischen Bedingungen. Sie äussert sich durch den Zerfall des Gesteinverbandes, durch Auflösung und Neubildung von Mineralen.
Die mechanische bzw. physikalische Verwitterung verursacht, mechanische Zerstörung des Ausgangsmaterials ohne unmittelbare chemische Zersetzungsprozesse.
Druckentlastung, Volumenzunahme oder Schrumpfung in Folge von Temperatur- und Feuchtigkeitsveränderungen können zur Zerstörung des Gesteinsverbandes führen.
Je nach der Tiefe unterhalb der Erdoberfläche lastet ein bestimmter lithostatischer Druck auf
das Gestein. Durch Hebung oder Abtragen sinkt die Auflast und dieser Druck fällt. Dabei kommt
es u.a. zur Ausbildung von Gesteinsspalten.
Frostsprengung:
Dieser Vorgang ist meist auf nivale Klimagebiete beschränkt. Es ist ein Spezialfall der
physikalischen Verwitterung durch Kristallisiationsdruck. Hierbei befindet sich Wasser in den
Poren oder Rissen des Gesteins, dass sich beim Gefrieren ausdehnt und so einen beträchtlichen
Druck auf die Porenwände ausübt. Der Wirkungsgrad dieser Art von Verwitterung ist in
periglazialen Regionen mit hohen Temperaturschwankungen besonders effektiv.
Krisatallisationsdruck oder Salzsprengung:
Wie das Wasser, können auch andere Salze durch Auskristallisation und die damit verbundene
Volumenzunahme das Gestein zerstören. Dies geschieht in ariden oder semiariden Gebieten besonders
häufig. Das kapillar aufsteigendes Grundwasser verdunstet nahe der Oberfläche und es werden
die darin gelösten Minerale als Salze ausgefällt, diese üben wiederum einen enormen Druck auf
die Porenwände aus und zerstören so den Gesteinsverband.
Verwitterung durch Insolation/ Temperaturverwitterung:
Aufgrund seiner schlechten Wärmeleiteigenschaften heizen sich die Gestein nur langsam und
ungleichmässig auf und kühlen auch ebenso wieder ab. In Wüstengebieten mit hohen
Temperaturschwankungen zwischen Tag und Nacht führt das zu stark unterschiedlichem Ausdehnungen
bzw. Schrumpfungen des Gesteins, was zu einer regelrecht schalenförmigen Absprengung des
Gesteins führen kann.
Sonstige phys. Verwitterungen:
- Pflanzen u.a. Organismen
- Abrasion und Zugspannung
- Durch menschliche Einflüsse (z.B: Bergbau, Geologen, Landwirtschaft etc.)
Durch chemische Reaktionen werden Minerale aufgelöst oder in ihrem Aufbau verändert. Wichtigstes
"Reaktionsmittel" ist das Wasser der Erdoberfläche bzw. im Boden. Diese Form der Verwitterung
ist hauptsächlich in humiden Klimabereichen bedeutend.
Chemisch-biologische Verwitterung:
- Bodenorganismen, wie z.B. Regenwürmer, Ameisen etc.
- primitive Pflanzen (Moose, Flechten)
Oxidation:
- in Mineralien werden Ionen mit oxidierenden Ionen verbunden und in Oxide umgewandelt.
Hydratation:
Hiefür sind leicht lösliche Chloride, Sulfate und Nitrate besonders anfällig. An deren
Randionen im Kristallgitter bildet sich eine Wasserhülle, die eine Lockerung und schliesslich
eine Dissoziation hervorruft. Vor allem Salzgesteine sind gut löslich. (Alkali- und
Erdalkalisalze)
Weniger löslich sind Sulfate wie Gips und Anhydrit. Die Lösungsverwitterung (hydratation) läuft
ohne eigentliche chemische Reaktion ab.
Hydrolyse:
Vor allem Minerale oder Gesteine, die durch eine schwache Säure oder Base gebildet worden sind,
werden durch Hydrolyse zersetzt. Als bekannteste Vertreter gehören hierzu die Silikate und
Karbonate.
Karbonate sind in reinem Wasser nicht löslich. Das Niederschlagswasser nimmt jedoch an der
Luft und aus dem Boden Kohlenstoffdioxid auf. Dabei entsteht Kohlensäure, welche die Karbonate
zersetzt. Die Löslichkeit der Karbonate steigt mit zunehmenden CO2- Partialdruck und
abnehmender Temperatur.
H2O + CO2 <--> H2CO3
CaCO3 + H2CO3 <--> Ca2+ + 2HCO3-
Rauchgasverwitterung:
Dabei handelt es sich um eine spezielle Form der Hydrolyse. Sie ist besonders in
Industriegebieten effektiv, wo Emissionen, insbesondere des Kohlendioxid, Schwefeldioxid und
andere Stoffe mit dem Regenwasser aggressive Säuren bilden. ("Saurer Regen")





